logo

Wissen besser managen

Bewusstsein darüber, dass Wissen als kritischer Erfolgsfaktor einen wesentlichen Bei­trag am Unternehmenserfolg leisten kann, herrscht bereits in den meisten Führungs­etagen der Unternehmen. Ebenfalls ist man sich bewusst, dass ein Großteil der „Res­source Wissen“ in den Köpfen der Mitarbeiter vorhanden ist und auch, dass dieses Wis­sen gemanagt werden sollte, um es effektiv nutzen zu können. Dennoch scheitern viel­fach Bemühungen, Wissensmanagement als einen eigenständigen Aufgabenbereich im Unternehmen zu etablieren.

Dafür lassen sich verschiedene Gründe anführen, unter anderem können dies fehler­hafte Argumentation der Unternehmensführung, mangelnde Kommunikation und Transparenz den Mitarbeitern gegenüber oder auch die falsche Methodenwahl sein, um auf das Wissen der Mitarbeiter Zugriff zu bekommen.

Aus unternehmerischer Sicht stellen Schlagworte wie „Globalisierung der Märkte“, „demographischer Wandel“, „Komplexität der Produkte“ oder „Innovationsgrundlage“ gute Argumente dar, um Wissensmanagement zu betreiben. Sind dies jedoch die Pri­märargumente, auf deren Basis die Wissensvision, -kultur und -ziele aufgebaut werden, so scheint es nicht ausgeschlossen zu sein, dass diese bei Mitarbeitern weder emotio­nale Bindung noch Vertrauen auslösen werden. Neben Vision und Kultur stellt das Kommunikationsverhalten zwischen Unternehmensführung, Führungskräften und Mit­arbeitern eine weitere Barriere dar, an der Wissensmanagement scheitern kann. Be­fehlssätze wie z.B. „Das ist jetzt so!“ oder „Weil der Chef das will!“ widersprechen dem Grundgedanken sozialer Interaktion. Zwar mag der Kern einer solchen Aussage zutref­fend sein, sie beantwortet jedoch nicht die zuvor gestellte Verständnisfrage „Warum wird das so gemacht?“. Verläuft Kommunikation von „oben“ nach „unten“ auf diese Art und Weise, trägt das nicht dazu bei, dass Mitarbeiter Verständnis für die Notwendigkeit von Wissensmanagement entwickeln und sich aktiv beteiligen. Aktive Beteiligung der Mitarbeiter ist für erfolgreiches Wissensmanagement unabdingbar und stellt somit ei­nen weiteren Punkt dar, an dem Wissensmanagement scheitern kann. Wissensmana­gement, das im Wesentlichen auf technische Aspekte der Informations­aufbereitung, -dokumentation und -sicherung aufbaut, berücksichtig nicht, dass Mitar­beiter nicht ohne weiteres bereit sind, ihr Wissen zu teilen. Informationen werden möglicherweise nur unvollständig oder gar nicht dokumentiert, es entsteht eine Biblio­thek gefüllt mit belanglosen Informationen. Eine synergetische Verdichtung von Wissen über Märkte, Kunden, Technologien und Problemlösungen erscheint unwahrscheinlich.

Betrachtet man die exemplarische Zusammenstellung möglicher Gründe, an denen die Integration von Wissensmanagement scheitern kann, so ist zu erkennen, dass große Barrieren hierbei einerseits die „Akzeptanz der Mitarbeiter“ und andererseits die „Ak­zeptanz von Mitarbeitern“ darstellen. Das sind jedoch zwei wesentliche Vorrausetzun­gen, um „Wissen besser managen“ zu können. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht daher das Wissen der Mitarbeiter, sie gilt es für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, ihr Inte­resse zu wecken, ihnen Freiräume zu geben und Methoden zu wählen, die sie motivie­ren, Wissen zu sammeln, zu speichern und weiterzugeben. Neben grundlegenden Vor­aussetzungen, z.B. die einheitliche Begriffsdefinition oder die Vision, sollen in der Folge mögliche Methoden für die Teilbereiche Identifikation, Verteilung und Bewahrung von „wichtigem“ Wissen vorgestellt und betrachtet werden.

                    Inhalsverzeichnis  Nächste Seite >>

Veröffentlicht am 17.12.2013 01:02 von SO.